Gewichtsabnahme

Gewichtsabnahme durch traditionelle Nahrungsmittel

Viele von uns denken sehnsüchtig an Zeiten zurück, an die wir uns selbst gar nicht erinnern können – Zeiten, als üppige und sogar äußerst kräftige Frauen verehrt wurden. Zeiten, zu denen ein paar Extrapfunde ein Merkmal von Schönheit waren und kein Problem, das es anzugehen galt. Tatsache ist, dass es sogar heute noch Kulturen gibt, die eine andere Vorstellung von Gewichtszunahme haben als wir – insbesondere bei Frauen. Und es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die dafür sprechen, dass diese Denkweise gar nicht so fehlgeleitet ist. Zum einen sind Frauen mit ein paar Extrapfunden – natürlich nicht fettleibig, nur mit ein wenig mehr Fleisch auf den Rippen – fruchtbarer als sehr dünne Frauen. Eine sehr dünne Frau könnte zudem in einer traditionellen Kultur gar nicht in der Lage sein, ihr Kind angemessen zu stillen. Da menschliche Vorstellungen von Attraktivität sich an der Notwendigkeit orientieren, ist es nur natürlich, dass sehr dünne Frauen in solchen Gesellschaften nicht als besonders wünschenswert gegolten hätten. Im Grunde wird betonte Schlankheit nur in einer Kultur des Überflusses wie der unsrigen zum ersehnten Ziel.

Andererseits gilt aber auch, dass wenige oder überhaupt keine traditionellen Kulturen das Problem mit Gewicht hatten, das wir haben. Das liegt daran, dass die Nahrung, die wir heute zu uns nehmen, zwar weniger reich an Nährstoffen ist wie die unserer Vorfahren, dafür aber von der Menge her viel reichlicher. Um uns dem Denken und Körperbau unserer Vorfahren wieder anzunähern, müssten wir versuchen, einer traditionellen Ernährungsweise zu folgen.

Dazu bedarf es einer ganzen Menge Willenskraft, aber nicht weil wir dabei hungern oder ganze Nahrungsmittelgruppen ausklammern müssten. Im Gegenteil – die traditionellen Mahlzeiten sind herzhaft und sättigend. Die Willenskraft wird gebraucht um die meisten, wenn nicht gar alle, Botschaften in Bezug auf Nahrung zu ignorieren, die uns durch die Werbung und die verpackten Nahrungsmittel in den Supermarktregalen suggeriert werden. Man muss im Grunde alles ignorieren, was einen Markennamen trägt. Das ist natürlich leichter gesagt als getan.

Was können Sie also essen? Nun, die Bauern im Mittelalter aßen tagein und tagaus ein bestimmtes Grundnahrungsmittel. Zu besonderen Gelegenheiten könnten Sie davon einmal abweichen und vielleicht einmal im Monat im Restaurant essen, doch im Großen und Ganzen müssten Sie bei Ihrer Grundernährung bleiben.

Ein Bauer im Europa des Mittelalters lebte überwiegend von einer Art Brei aus Bohnen oder Erbsen. Die Hauptzutaten dieses Breis variierten nie, aber manchmal wurden ein paar Stückchen Fleisch hinzugefügt.

Das war im Grunde alles. Der Bauer im Mittelalter aß nur eine Hauptmahlzeit am Tag und diese bestand überwiegend aus dem besagten Brei, zusammen mit etwas Brot und Bier. Außerhalb der Hauptmahlzeit aß man ein Stück Brot zu einem Krug Bier oder je nach Saison etwas Obst. An besonderen Festtagen, die es im Europa des Mittelalters mindestens zwei Mal im Monat gab, aß man etwas mehr, beispielsweise gegrilltes Fleisch oder Kuchen. Doch diese Dinge waren nicht Bestandteil der Ernährung im normalen Alltag.

Einerseits würde diese mittelalterliche Ernährung die heutigen Ernährungsexperten nicht zufrieden stellen. Ihr scheint es ein wenig an Vitaminen aus Obst und Gemüse zu mangeln. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass der Boden heute im Vergleich zur damaligen Zeit sehr ausgelaugt ist, daher müssen wir wahrscheinlich viel mehr Obst und Gemüse essen als unsere Vorfahren. Das muss auch bedacht werden wenn man sich diese Ernährungsweise langfristig zum Vorbild nehmen will.

Andererseits hat diese Ernährungsweise – mit regionalen Variationen – die Menschheit über die längste Zeit ihrer Geschichte am Leben erhalten. Mit Ausnahme des Adels (interessanterweise die einzigen Leute, bei denen damals die „modernen“ Krankheiten wie Fettleibigkeit, Herzkrankheit und Zahnverfall festgestellt wurden) hat diese Ernährung die Menschen über Jahrtausende gesund – und schlank – erhalten.